Film ab – Klappe, die zweite

24. August 2015, 22:45, Das Lachen der Anderen, WDR
Nach den aufregenden Filmtagen und der Show bei uns (dazu kannst Du unter „Das große Filmexperiment“ etwas im Blog lesen) und nach gefühlt langem, neugierigem bis z.T. ängstlichem Warten war es soweit…
Der große Abend war also endlich da: am Montag saßen die meisten von uns gemütlich zusammen mit Chips und Eis, einige ein wenig bis ziemlich aufgeregt, Lisa hat gefilmt, Lachen habe ich auch öfters gehört, die Atmosphäre fand ich also schon mal fein. Leider habe ich selbst an diesem Abend höchstens 10 Minuten von dem Film gesehen, da Jandro kränkelte und nicht gut einschlafen konnte (wir sind also im Schlafanzug mal kurz in den „Filmsaal“ hineingetapst) – ich wäre gerne ganz dabei gewesen und ich hatte längere Zeit keine Lust (oder keinen Mut), den Film danach mal anzusehen. Irgendwann hat die Neugierde dann doch gesiegt…
Ich habe an dem Abend noch ein paar interne Reaktionen gesammelt, die von „für das Format das Beste aus dem Material herausgeholt“ (zu denen gehöre ich auch, großer Dank an Eileen) oder sogar „mehr davon!“ über „es hätte schlimmer kommen können“ bis „oje, wie sehe ich denn da aus?“ zu „naja, ich hatte von Anfang an kein gutes Gefühl bei der Sache“ gingen. Wir waren und bleiben da sehr unterschiedlicher Meinung. Das ist ja auch ok. Von weiter entfernten Menschen habe ich bis jetzt eher freundliches Feedback erhalten, wie „humorvoller, gut gelaunter Haufen“, „lustig“, „informativ“ und „mutig von Euch“. Hm, das kommt einfach sehr darauf an, wer es sieht: mein Vater meinte, dass die zwei ja sehr schnell unsere Schwachpunkte herausgefunden hätten und dabei sehr freundlich mit uns waren – seine (Vor-)urteile uns gegenüber fand er also bestätigt. Eine liebe Bekannte äußerte sich eher abfällig über das Niveau der Gags – sie fand wohl ihre (Vor-)urteile über die „Fernsehhansel“ bestätigt. So ist das wohl immer…
Tendenziell kann man wohl sagen: die Menschen, die uns gut kennen, kritisieren eher den Stil der beiden Moderatoren und bedauern, dass nicht wirklich rüber gekommen ist, was uns ausmacht. Menschen, die uns nicht oder nicht gut kennen haben eher einen positiven Eindruck von der Sendung.
Vielleicht ist es ja genau richtig so: Menschen, die uns gar nicht kennen, haben einen netten Eindruck gewonnen, kommen uns besuchen und mit etwas Glück werden sie positiv überrascht, wer weiß? 😉
Deutlich sichtbar ist, dass die beiden Fernseh-Jungs einen ziemlich ausladenden und dominierenden Rahmen gebildet haben, das war auch in den Gesprächen oft so – nun, es war ja auch klar, dass dies keine Dokumentation sein soll. Das Ganze blieb doch sehr an der Oberfläche, deshalb finde ich persönlich auch, dass sich die Sendung nicht wirklich als Werbung für uns eignet. Der Link zu dem Film in der Mediathek findet sich trotzdem auf unserer Homepage unter Info-Medien, schließlich kann man da doch einiges erfahren und auf unseren Mut sind wir auf jeden Fall ein wenig stolz. 🙂
Was leider so gar nicht rüber kommt, ist, dass uns das Kinderwohl sehr am Herzen liegt und wir eine kinderreiche Gemeinschaft sind (was einfach auch daran liegt, dass die meisten unserer Kinder nicht im Film erscheinen wollten), wie noch ein paar Dinge, die für uns (vielleicht zu) selbstverständlich sind, wie zum Beispiel, dass wir alle hier sehr viel arbeiten (innerlich wie äußerlich), wenn auch eben leider in großen Teilen nicht für Geld. Nun, dafür, um zu Erkennen, dass wir noch eine Menge in Sachen Außenwirkung lernen dürfen, war diese Filmaktion auf jeden Fall wichtig und richtig.
Ein kleines Resümee am Frühstückstisch am nächsten Morgen war schon mal, dass wir doch etwas unbedarft in diese Aktion hinein getapst sind und uns innerlich wie äußerlich doch besser hätten vorbereiten können. Ehrlich gesagt, mag ich unsere Unbedarftheit, zumindest finde ich sie menschlich und sympatisch. Und ich weiß nicht, ob mich mehr Vorbereitung davor bewahrt hätte, im Gespräch mit den beiden ziemlich schnell in deren Fahrwasser zu geraten – sie sind da die Profis. Dazu kommt noch, dass zwischen Anfrage, Entscheidung und Termin nicht viel Zeit zum Vorbereiten war.
Ich bin froh, dass wir das gemacht haben und wenn wir so etwas noch einmal machen sollten, dann würde ich auf jeden Fall einiges anders machen (wollen).
Und für die, die noch Interesse daran haben, meine persönlichen ersten Gedanken zu lesen, nachdem die Filmcrew wieder weg war, sind hier meine Nach(t)gedanken.
Hier möchte ich auch noch zwei sehr unterschiedlichen Feedbacks etwas mehr Raum geben:
Von einem lieben und langjährigen Bekannten von mir, der selbst für das Fernsehen arbeitet und uns gar nicht kannte:
„Hallo Trixi, ähm Bea :)! Jetzt habe ich es endlich mal geschafft, mir die Sendung anzuschauen, zusammen mit meiner Frau. Wir beide finden sie sehr gelungen und kurzweilig. Uns ist es gelungen, etwas in eure „Welt“ einzutauchen. Ich finde, die beiden haben das gut gemacht. Sie haben einen Blick von außen, in dem sich der Zuschauer wiederfinden kann. Natürlich überspitzt, aber wie ich finde trotzdem respektvoll. Berührungsängste mit eurem Lebensstil von außen sind euch ja nicht neu. Daher ist die ein oder andere Spitze der beiden ein Eisbrecher für den Zuschauer. Ich finde es gut für euch, dass ihr das gemacht habt. Ich finde es auch wirkungsvoller als eine klassische Dokumentation. Lustigerweise fragte mich neulich eine Fernsehkollegin, ob ich die Sendung gesehen hätte, da ich ja Micky kenne. Da konnte ich sie gleich fragen, wie ihr auf sie gewirkt habt. Auch sie sagte, dass es zwar nicht ihr Lebensstil ist, ihr auch sehr fremd sei, aber die Wirkung auf sie durch die Sendung doch positiv sei. Alles richtig gemacht also! :)“
Unsere freundliche Nachbarin aus dem Haus gegenüber hat mich auf den Film angesprochen, sie hatte sich extra den Termin der Sendung notiert, um sie nicht zu verpassen (ich schreibe, wie es mir noch im Gedächtnis geblieben ist, es ist also kein Originalwortlaut):
„Ich habe mich ja so aufgeregt, ich konnte nach dem Film gar nicht mehr schlafen! Ihr wurdet von den beiden ja richtig veräppelt, das hat mir weh getan zu sehen. Was haben die denn für Fragen gestellt? Da erfährt man ja gar nicht, was ihr hier alles leistet, warum ihr das macht und wie glücklich die Kinder bei euch aufwachsen. Ich war ja am Anfang auch skeptisch, als ihr hier eingezogen seid, aber mein Sohn hat mir vieles erklärt und im Internet gezeigt und nun kennen wir uns ja auch schon eine Weile…“
Ich war überrascht von ihrer Leidenschaftlichkeit. Schön, auf diesem Weg zu erfahren, dass sie viel von uns hält. 🙂

2 Gedanken zu „Film ab – Klappe, die zweite

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